Wahre Akzeptanz

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Ich bin traurig

Seitdem ich in der letzten Woche vom plötzlichen Tod eines ehemaligen Chefs von mir erfuhr, bin ich sehr traurig. Er starb viel zu früh – wie meine Frau mit 63. Er war ein immer freundlicher Mensch, eigentlich kein Chef, eher wie ein guter Kollege, und er bestimmte den Lauf meines eigenen Lebens mit. Viele Bilder von Situationen mit meinem ehemaligen Chef schwirren momentan durch meinen Kopf. Warum schlägt der Tod bei den guten, lieben, wertvollen Menschen oft so früh zu?

Niemals aufgeben

Heute morgen stand ich auf, und kurze Zeit danach empfand ich tiefe Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Ich dachte bzw. fragte mich: „Was soll das alles noch?“ oder „Werde ich noch einmal glücklich werden?“

Später beim Frühstück lief auf WDR2 „Never give up“ von Sia.

In diesem Song geht es darum, in schweren Zeiten nicht die Hoffnung zu verlieren.

Dieser Song läuft im Abspann des äußerst empfehlenswerten Films „Lion – Der lange Weg nach Hause“.

In diesem Film lebt ein fünfjähriger Junge in einem kleinen Dorf in Indien. Eines Tages begleitet er seinen großen Bruder zur Arbeit und soll eigentlich am Bahnhof auf ihn warten, doch als sein Bruder nicht auftaucht und auch seine Suche nach ihm erfolglos verläuft, klettert der Junge in einen leeren Zug, um dort auf ihn zu warten. Der kleine Junge schläft im Zug ein, und als er aufwacht, ist der Zug unterwegs in die 1600 Kilometer entfernte Millionenmetropole Kalkutta. Hier wird er von einem australischen Ehepaar aufgenommen und adoptiert. Als Erwachsener sucht er mittels Google Earth nach dem Bahnhof, an dem er seinen Bruder verloren hatte. Das Ende des Films verrate ich hier nicht.

Mir hat dieser Song beim Frühstück wieder etwas Zuversicht und Hoffnung gegeben, denn er erinnerte mich sofort an diesen berührenden Film …

Probleme? – Völlig normal!

Wie reagieren Sie auf Probleme?

Auf die kleinen Probleme:
Regen, Verkehrsstau, Zugverspätung, schlafmützige Kassierer, …?

Spüren Sie einen Widerstand? Sollte die Welt nicht ein kleines Bisschen besser und perfekter sein? Regen Sie sich über diese Probleme auf? Spüren Sie eine Anspannung?

Aber alle diese kleinen Probleme sind völlig normal.

Derartiges passiert in jeder Sekunde tausendfach an allen Orten rund um den Globus.

ALLES VÖLLIG NORMAL.

Und wie reagieren Sie auf große Probleme:
Krebserkrankung, Keller überschwemmt, Tod eines Angehörigen, …?

Was spüren Sie jetzt? Mehr Widerstand? Große Anspannung? Angst? Gefühlschaos?

Aber auch diese großen Probleme sind völlig normal.

In den letzten tausend Jahren mussten Millionen von Menschen derartige Probleme durchleben und bewältigen.

ALLES VÖLLIG NORMAL.

Allerdings heißt NORMAL nicht GUT. Wenn ein Problem auftritt, ist das nicht gut, aber eben normal.

Versuchen Sie einmal in der nächsten Zeit folgende Gedankenübung: Immer wenn Sie auf ein Problem stoßen und Sie Widerstand, Ärger, Anspannung spüren, dann sagen Sie zu sich still:

Mein Problem „XYZ“ – völlig normal.

Und spüren Sie, was passiert.

(Inspiriert von einem Leitsatz aus dem empfehlenswerten Buch von Matthias Ennenbach: „Inspiration in 108 Leitsätzen“)