Verreist

Ich war verreist. Mit dem Auto. Allein.

Geplant waren zwei Wochen in einer Ferienwohnung in Südfrankreich. 1200 km bin ich hingefahren. Nach 10 Tagen hatte ich genug und war froh, dass es wieder die 1200 km zurückging.

Es gab während der Reise einige schöne Momente, aber das Gefühl des Alleinseins war oft sehr stark. Mit meiner Frau bin ich immer gern verreist. Das ist nun vorbei: der Austausch über das Erlebte, die gemeinsame Planung, usw., all das fehlt nun. Diese Reise war insgesamt gesehen nicht sehr schön.

Das muss ich akzeptieren, und ich muss für mich allein nach neuen Zielen und neuen Reiseformen suchen. Oder ich bleibe einfach zu Hause.

Insgesamt gesehen bin ich froh, dass ich mich zumindest einmal zu dieser Reise aufgerafft habe. Es war ein Experiment, und es lässt mich jetzt ambivalent zurück.

Die Trauer um meine Frau ist jetzt, nach 40 Monaten, größtenteils vorbei. Jetzt dominiert mehr die Trauer, dass ich für mich allein noch keinen stimmigen Lebensweg gefunden habe.

2018 ist kein gutes Jahr.