Sieben Tage Kanaren-/Madeira-Kreuzfahrt mit AIDAnova – eine ehrliche Kreuzfahrt-Kritik

Vorab: Hier geht’s nicht um Trauer und Trauerbewältigung – nachfolgender Beitrag ist eine Reisekritik.

Nach über vier Jahren der Trauer über den Verlust meiner lieben Frau habe ich mich endlich mal wieder auf eine Reise begeben, die absolutes Neuland für mich war: eine Kreuzfahrt zu den Kanarischen Inseln und Madeira. Auch bin ich inzwischen so gefestigt, dass mir der Anblick unzähliger glücklicher Paare im Urlaub emotional nichts mehr ausmacht.

Kurzfazit in einem Satz: Die Reise war schön – oder besser gesagt: Das Reiseziel war schön.

Allerdings: Viele Dinge auf dem Schiff haben mir wenig Freude bereitet.

Deshalb habe ich diesen Beitrag ausnahmsweise nicht den Blog-Themen Trauer und Trauerbewältigung gewidmet, sondern einmal meine ehrliche, persönliche Kritik und subjektive Beurteilung dieser Kreuzfahrt dargestellt.

Vielleicht für den einen oder anderen Interessenten etwas erhellend!

Vorwort

Begonnen hatte alles mit dieser Sendung im WDR-Fernsehen, die ich irgendwann 2018 sah und die mich faszinierte:  „Wunderschön! Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer – Unterwegs mit Andrea Grießmann“.  Die Sendung kann man noch auf  YouTube sehen. Durch diese Sendung bekam ich Lust, mal mit AIDA eine Kreuzfahrt zu machen. Alles war so schön, so relaxed, so sonnig …  

Zu Kreuzfahrten findet man ja im Internet unzählige Bewertungen, Meinungen und Beiträge, gesponsorte Lobeshymnen, Hasskommentare frustrierter Zeitgenossen, sowie als Meinung kaschierte Werbung von sogenannten Influencern (Beeinflussern).

Dazu Videos und endlose Rundgänge über leere Schiffe, riesige Fotoserien von Bordrestaurants mit unangetasteten Buffets ohne Passagiere oder von menschenleeren Sonnendecks und Pools.

Was soll man davon glauben, was nicht?
Wie ist die Realität?
Ganz bestimmt nicht die in den Leere-Schiff-Videos oder -Fotoserien!!

Die Videos des ZDF (verfügbar bis 2/2020) „Unterwegs mit der AIDA-Nova“ , Teil 1 und Teil 2, zeigen übrigens recht gut die Realität des Schiffes – aber wohlgemerkt: diese Filme wurden mit wenig Passagieren an Bord gedreht. Das hatte ich anscheinend vor meiner Buchung noch nicht richtig kapiert.

Bevor ich losfuhr – und vieles leider erst nach meiner Buchung – las/sah ich manches davon, und ich wusste plötzlich nicht mehr, ob ich mich auf diese Reise freuen sollte oder nicht!

Ich hatte mich auf ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang eingelassen.

Meine nachfolgende Meinung ist meine eigene; sie ist völlig unbeeinflusst und absolut ehrlich. Ich habe die Reise selbst gebucht und selbst bezahlt. Alle Fotos wurden von mir hergestellt; sie unterliegen meinem Copyright und dürfen ohne meine Zustimmung nicht verwendet werden. Erkennbare Gesichter wurden auf einigen Fotos zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte geschwärzt.

Kein Begrüßungssekt oder -Cocktail, auch nichts beim Abschied, nur diese Schoko-Fett-Zucker-Torte – kein Grund wieder an Bord zu kommen!

Einige Fakten zu mir, zur Reise, zum Preis und den Gesamtkosten

Über mich: 68 Jahre, männlich, seit 4 Jahren verwitwet, alleinreisend. Urlaubsinteressen: primär Kultur und Natur, kein Strandurlauber. Bisher bereist: fast alle Länder Europas, sehr viele Länder Asiens, Russland, Sibirien, Ägypten, USA, Kanada. Keinerlei Kreuzfahrterfahrung.

Reise: AIDA-Kreuzfahrt „Kanaren und Madeira 3“ mit Schiff AIDAnova, 7 Tage, 6.4.-13.4.2019, gebucht als Last-Minute-Angebot am 18.3.2019 (19 Tage vor Reisebeginn).

Preis (inkl. Flug und Transfer): 1219 Euro in der Innenkabine im VARIO-Tarifmodell (Kabine wurde von AIDA zugeteilt). Zugeteilt wurde eine Innenkabine IA (Deck 12, Schiffsmitte, beste Innenkabinenklasse) zur Alleinbenutzung.

Der Originalpreis (PREMIUM) laut Katalog 2019/2020 beträgt 1025 Euro + 70 % Einzelbelegungsaufschlag + 480 Euro An-/Abreisepaket = 2223 Euro, ggf. abzüglich Frühbucherrabatt (PREMIUM beinhaltet einige Gimmicks wie Kabinenwahl, kostenloses Wasser, Internetpaket, eine Tasche, mehr Statusmeilen, u.m.). Für den Preis hätte ich diese Reise allerdings niemals gebucht.

Kosten meiner Reise (alle Zahlen in Euro, gerundet): Kreuzfahrt, Flüge und Transfers 1219, drei Ausflüge 165, Ausgaben an Bord 72, Bordguthaben (Freundschaftsaktion) -50, Taxi zum/vom Flughafen 102, Trinkgeld, Getränke und Sonstiges 23 Euro. Gesamtkosten: 1531 Euro.

Meine Motivation bzw. Ziele für diese Reise

1. Kennenlernen der Kanarischen Inseln und von Madeira,
2. Kennenlernen der Reiseart „Kreuzfahrt“.

Beide Ziele wurden erfüllt.

Das Schiff

Fakten zum Schiff (Quelle: Wikipedia):
AIDAnova ist das erste Schiff der sogenannten Helios-Klasse und wurde gebaut auf der Meyer-Werft in Papenburg/Ems. Es ist das fünftgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt (nach BRZ, Stand 4/2019), 337 m lang, 42 m hoch, Bruttoraumzahl BRZ: 183900, max. Passagierzahl: ca. 6600. Laut Hafenbehörde Funchal waren am 8. April 2019 6001 Passagiere und 1418 Crewmitglieder an Bord – das Schiff war also sehr voll. In Dienst gestellt im Dezember 2018. Besonderheit: umweltschonender Antrieb mit flüssigem Erdgas (LNG).

AIDA – bzw. Tom Ahrendt (Head of Entertainment AIDAnova) – wurde nicht müde (in der „Toms Primetime“-Show oder ähnlichen Entertainment-Formaten, die man als Kunde getrost als Werbung oder Selbstbeweihräucherung bezeichnen muss), die AIDAnova als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt zu bezeichnen, was aber nicht stimmt.

Bug der AIDAnova in Las Palmas
AIDAnova in Fuerteventura
AIDAnova in Teneriffa

Das Schiff ist riesig und die ersten Tage auch beeindruckend. Das legt sich mit der Zeit.

Positiv sind die vielen Möglichkeiten, die ein so großes Schiff bietet. Negativ sind die langen Laufwege und die Unübersichtlichkeit. Für ältere Menschen oder Menschen mit schlecht ausgeprägtem Orientierungssinn ist das Schiff eine Herausforderung.

Der Zustand des Schiffes nach knapp 4 Monaten Kreuzfahrt-Betrieb ist – wie zu erwarten – hervorragend.

Einige öffentliche Toiletten und Aufzüge waren für kurze Zeit außer Betrieb. Es wird immer irgendwo geputzt oder repariert. Manche Glasgeländer oder -fassaden wirkten verschmutzt. Einige Roststellen waren im Außenbereich zu entdecken.

Die Aufzüge waren zu einigen Stoßzeiten nicht in der Lage, die Passagiere ohne längere Wartezeiten zu den Zielen zu befördern. An manchen Aufzügen funktionierten die Richtungssignale und die Etagenanzeigen nicht korrekt.

Öffentliche Toilette defekt
Schmutzige Glasscheiben

Die Route, das Wetter

Las Palmas (Gran Canaria) – Seetag 1 – Funchal (Madeira) – Seetag 2 – Santa Cruz (Teneriffa) – Puerto del Rosario (Fuerteventura) – Arrecife (Lanzarote) – Las Palmas (Gran Canaria).

kanaren
Die Route

Das Wetter war durchgehend heiter bis wolkig und ziemlich windig. In Funchal auf Madeira regnete es einige Zeit am Vormittag. Die Tagestemperatur war 15-20°C. Eine Jacke und/oder ein Pullover war abends oder wegen des Windes erforderlich.

Die Kabine

Zugeteilt wurde mir von AIDA eine Innenkabine IA (Deck 12, Schiffsmitte, beste Innenkabinenklasse) zur Alleinbenutzung.

Einige Fotos:

Innenkabine IA – Betten
Innenkabine IA – Blick vom linken Bettende
Innenkabine IA – Blick vom rechten Bettende
Innenkabine IA – Blick vom Eingang
Innenkabine IA – Waschbecken und Toilette. Aus dem Wasserhahn kam das Wasser ähnlich wie auf einer Flugzeugtoilette im Supersparmodus, das nervte.
Innenkabine IA – Dusche
Innenkabine IA – Innenseite der Eingangstür

An der Kabine gab es nichts zu bemängeln. Alles funktionierte tadellos, nur der Wasserhahn war in einem Supersparmodus: Wasser kam sehr wenig bzw. sehr langsam aus dem Hahn.

Die Reinigung war für mich OK.

Einige Pedanten werden sich an einigen Stellen stören, wo anscheinend nicht Staub gewischt wurde. Im Teppichboden konnte man einige nicht perfekt entfernte Flecken aus den letzten Monaten erraten; er wirkte bereits nicht mehr wie neu. Aber das hat mich nicht sonderlich gestört. Insgesamt erinnert die Kabine in Design und Ausstattung an neuere ibis-Hotels, also 3 Sterne.

Essen und Trinken

Zuerst die Buffet-Restaurants. Von mir besucht: Bella Donna, Fuego, Markt, East, Yachtclub.

In allen diesen Restaurants war es in 80-90 % meiner Besuche extrem voll. Als Einzelperson findet man zwar immer irgendwie und irgendwann nach endlosem Suchen und Fragen einen Platz, aber als Paar oder Gruppe ist es oft unmöglich, gemeinsam zu sitzen. Oder man hat einen freien Vierertisch ergattert; aber dann sitzt man plötzlich mit drei unsympatischen Typen zusammen. Kleiner Ausweg: man muss entgegen der Masse essengehen, z. B. an Seetagen früh aufstehen, oder an Landtagen erst dann essengehen, wenn viele auf Ausflug sind. Das gelingt aber nur beschränkt, da AIDA dann auch weniger Restaurants öffnet.

Das Essen ist hier eine stressige Sache, man hat eher ein Kantinen-Feeling. Das ist nicht mein Gefühl für Urlaub. Man will das Essen auch in Ruhe genießen, aber das gelingt nicht. Außerdem wird vom Personal zu schnell und zu rigoros abgeräumt – als Einzelperson kann es sein, dass man vom Buffetgang zurückkehrt und einen leeren Platz vorfindet. Das hat mich einige Male enorm verärgert! Weiterhin sind die Buffetgänge sehr schmal, so dass es zu Drängeleien kommt. In manchen Restaurants klebt nach einer Stunde Buffet der Fußboden von tropfendem Bier, süßen Flüssigkeiten, usw. Ziemlich ekelhaft.

Hier kann man auch einen guten Querschitt der Bevölkerung erleben: Leute in kurzen Hosen und Badelatschen treffen auf feiner angezogene Gruppen. Eine lange Hose und halbwegs akzeptable Schuhe sollte doch jeder besitzen und abends anziehen!

Viele Zeitgenossen scheinen komplett den Respekt vor den Mitmenschen verloren zu haben und frönen nur noch dem eigenen Vorteil: Löffel werden einfach komplett nach der Verwendung in die Speisenschale geworfen. Essen, z.B. Brötchen, wird mit der Hand angefasst und dann zurückgegelegt. Die Warteschlange wird einfach in umgekehrter Richtung umgangen. Es wird nicht gefragt, ob man sich an einen Tisch setzen darf, man tut’s einfach wortlos. Und so weiter…

Und dann gibt es noch die Leute, die sich endlos an ihren Gläsern (mit kostenlosen alkoholischen Getränken) festhalten und die Tische blockieren. Wen wundert es, wenn andere das nachmachen, wenn sie sich erst einmal einen Tisch erkämpft haben?

Die Qualität der Speisen ist zwar ziemlich hoch, allerdings sind viele Speisen oft nicht mehr heiß. Nur wenn man genau abpasst, wenn etwas Neues kommt, ja, dann ist das Essen auch heiß.

Und dann trifft man noch auf seltsame Entscheidungen des Küchenchefs: Was bitte hat deutsches Kaisergemüse im East-Restaurant verloren? Kein Pak Choi, keine Sojasprossen an Bord?

Buffet-Slalom; Urlaub sieht für mich anders aus
Leere Obstschalen
Marktrestaurant voll bis auf den letzten Platz – ok, ein Platz ist (vielleicht) frei, wahrscheinlich aber nicht!

– – –

Zweitens die Spezialitäten-Restaurants. Von mir vorab reserviert und besucht: Best burger @ Sea, Brauhaus, French Kiss, Casa Nova.

Viele der Spezialitäten-Restaurants liegen entlang der Durchgänge zu anderen Restaurants, was bedeutet, dass eine enorme Unruhe an Tischen entlang dieser Wege herrscht. Man sollte unbedingt darauf achten, nicht an solche Tische plaziert zu werden.

Getränke sind kostenpflichtig, und in einigen Restaurants wurde ich aufgefordert, ein Trinkgeld zu geben. Das fand ich schon sehr seltsam und unangenehm.

Best burger @ Sea, French Kiss, Casa Nova gefielen mir sehr gut.

Dagegen war das Brauhaus in der Speisenmenge zwar enorm, aber in der Speisenqualität und im Service sehr schlecht. Das Fleisch bestand fast nur aus Fett …

Casa Nova: sehr gut!
Brauhaus: man muss schon sehr betrunken sein, um dieses fettige Essen zu lieben!
Best Burger @ Sea: lecker!

Die anderen Spezialitäten-Restaurants konnte ich leider nicht vorab buchen, oder die möglichen Termine vor Ort passten mir nicht.

Sonnenbaden und Pools (Deck 17 & 18)

Die nachfolgenden Fotos sagen eigentlich alles:

  • Wer zu spät kommt, bekommt weder Sitz noch Liege.
  • Dazu kommt noch das typisch deutsche Handtuch-Reservieren – unzählige Plätze sind den ganzen Tag „reserviert“ und unbenutzt.
  • Wer sich gern wie in einer Konservendose (=Sonnendeck oder Pool) sonnt oder badet, ist hier richtig. Ich finde es furchtbar eng und wuselig. Alles zu knapp gestaltet!
  • Eine Joggingstrecke von gerade mal 250 m, und dann auch noch direkt an einer Bar mit vielen Passagieren vorbei, hat den Namen nicht verdient. Ein so großes Schiff hätte eine Rundum-Strecke auf einem Deck verdient. Das gibt’s aber nicht. Ohne trepp-auf und trepp-ab kann man das Schiff nicht im Freien umrunden. Sehr schlecht!
  • Zudem waren mehrere Whirlpools während der gesamten Reise wegen Über-Chlorung nicht nutzbar.

Das Sonnendeck hat mich schon sehr enttäuscht, vielleicht auch deshalb, weil ich eine Innenkabine hatte und gern draußen sitzen und lesen wollte.

Seetag 1, morgens um 08:45 – der Whirlpool hinter der Figur war übrigens immer gesperrt
Seetag 1 – Um 10:45 alles belegt (Blick hinter dem unbenutzbaren Whirlpool)
Seetag 2 nachmittags – es ist verdammt voll
Seetag 2 nachmittags, freie Plätze: Fehlanzeige!
Seetag 2 nachmittags, voller geht’s nimmer. Wer hat Mut und steigt noch in den Whirlpool?
Wer es gern voll liebt – AIDAnova Sonnendeck
Wie in Rimini zur Hauptsaison: AIDAnova Pooldeck = Sardinenbüchse

Shopping, Sport und Wellness

Shopping und Wellness habe ich nicht genutzt.

In allen Fällen, wo ich am Sportgerätebereich vorbeikam, war dieser vollkommen belegt. Auch hier ein Gefühl der Enge, gepaart mit enorm schlechter Luft. Sport hätte dort nicht treiben können und auch nicht wollen.

Bord-Entertainment

Diese Shows fand ich wirklich klasse:

  • Show Me! Yello!
  • Steampunk Circus
  • AidaLove
  • Wer wird Millionär?
  • The Voice of the Ocean

Professionell gemacht!

Genervt haben mich jedoch viele sogenannte „Entertainment“-Angebote, die man als AIDA-Werbung oder AIDA-Selbstbeweihräucherung bezeichnen muss. AIDA ist toll. AIDA ist toll. AIDA ist toll. Irgendwann konnte ich es nicht mehr hören bzw. sehen.

„Wer wird Millionär?“ auf AIDAnova (Sitzplatz musste jedoch 45 Minuten vorher besetzt werden)
Show „Steampunk Circus“
Show „AIDALOVE“
Show „The Voice of the Ocean“

Service

Die Servicekräfte – meist von den Philippinen, aus Indonesien, Vietnam, und weiteren asiatischen Ländern, aber auch aus der Ukraine – waren alle sehr bemüht. Beim Abräumen manchmal etwas übertrieben schnell, manchmal aber auch trödelig. Im Brauhaus und an der Rezeption fiel mir auf, dass es aber auch einige unfreundliche Servicekräfte gibt.

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An der Rezeption sah ich öfter Warteschlangen

Das Einchecken verlief jedoch sehr professionell und schnell. Warum die Rezeption so trödelig und unfreundlich war, bleibt mir ein Rätsel! Man sieht: nicht alle Rädchen in dem großen AIDA-Werk laufen rund!

Der Bar-Service war sehr unterschiedlich, mal kam der Cocktail (Singapore Sling) mit korrekter Ananas-Garnierung und mit Erdnüssen, mal kam nur ein Glas mit den gemixten Zutaten plus Strohhalm, was ich nicht so dolle fand. Für fast 8 Euro sollte man schon alles bekommen.

Sauberkeit

Die Sauberkeit war überall akzeptabel. Manche Glasscheiben waren verschmutzt. Fußböden in den Buffetrestaurants klebten nach einiger Zeit. Einige Passagiere verhielten sich am Buffet in sehr unhygienischer Weise, Details erspare ich mir hier.

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Service an der Eisbar

Landausflüge

Ich hatte drei Landausflüge vorab gebucht, und alle drei wurden professionell geleitet und haben mir sehr gut gefallen.

  • MAD02A – Madeira – Funchal kompakt, nachmittags – 50,34 €
  • TEN01A – Teneriffa – Nationalpark Cañadas del Teide, nachmittags – 40,99 €
  • LAN41A – Lanzarote – Highlights im Inselsüden, nachmittags – 64,99 €
Markt in Funchal
Bild aus dem Botanischen Garten Funchal
Nationalpark Cañadas del Teide: Wolkenmeer, links der Teide
Nationalpark Cañadas del Teide
Timanfaya Nationalpark Lanzarote mit den Feuerbergen
Landschaft auf Lanzarote

An- und Abreise

Flug: DUS-LPA und zurück, ca. 4:10 Stunden, erfolgte mit Eurowings ohne Sitzplatzreservierung. Die Bordverpflegung war ein kleines Käsebrot und ein Glas Cola. Weitere Verpflegung während des Fluges war kostenpflichtig. Etwas armselig, aber im Trend der Zeit. Irgendwann wird es sicher Interkontinentalflüge ohne jede Verpflegung geben!

Flüge und Transfers zwischen Flughafen und Schiff wurden perfekt durchgeführt.

Buchung, Portal MyAIDA, Bordportal

Die Buchung via Internet bei AIDA direkt war unproblematisch.

Das Portal MyAIDA funktionierte nicht immer wie erwartet und müsste dringend überarbeitet werden.

Das Bordportal via TV oder Webseite bzw. die AIDA App funktionierten nicht immer. Manchmal konnte das Bordkonto nicht angezeigt werden. Manchmal war die TV-Anwendung quälend langsam.

Mein Fazit

Die Reise, genauer: das Reiseziel war schön, das schrieb ich ja bereits. Und das ist auch das Wichtigste (für mich).

Buffet-Restaurants und Sonnendeck waren eine riesige Enttäuschung. Eine Enttäuschung, die ich im Bezug auf einen Urlaub in meinem Leben bislang nicht erleben durfte.

Hätte ich den vollen Preis von über 2000 Euro bezahlt, hätte ich mich sehr, sehr geärgert. Denn diesen Preis wäre die Reise absolut nicht wert gewesen. 1219 Euro waren für die erbrachte Leistung gerade noch in Ordnung, denn Transport, Ausflüge, Unterbringung waren OK.

Punkte für die einzelnen Aspekte (min. 0 bis max. 10 Punkte):

  • Schiff = 7
  • Kabine = 8
  • Essen und Trinken / Buffet-Restaurants = 3
  • Essen und Trinken / Spezialitäten-Restaurants = 6
  • Sonnenbaden und Pools = 3
  • Bord-Entertainment = 8
  • Service = 7
  • Sauberkeit = 8
  • Landausflüge = 9
  • An- und Abreise = 8
  • Buchung, Portal MyAIDA, Bordportal = 5

Mein persönliches Gesamturteil = 6,5 von 10

Noch einige Tipps

  • Smartphone: EU-Roaming in den Häfen nutzen (immer den verbundenen Provider prüfen, z.B. Kanaren: Movistar, Madeira: Vodafone P), sonst (außerhalb der Häfen, Seetage) in Flugmodus versetzen.
  • Sich entgegen der Masse der Passagiere verhalten, soweit machbar; z.B. Frühstück an Seetagen früh einnehmen und an Landtagen spät einnehmen, Abendessen sehr spät oder zu Showzeiten einnehmen, usw.
  • Aktiv sein, verschiedene Buffetrestaurants besuchen und das persönlich und aktuell beste auswählen.
  • Spezialitäten-Restaurants vorab reservieren, nutzen und so den vollen Buffetrestaurants entgehen. Die Bestellung eines kleinen Wassers (steht nicht auf der Karte) reicht dafür. Man kann einzelne Gänge auch überspringen. Auch Trinkgeld ist nicht erforderlich, einfach 0 eintippen, wenn einem der Kellner das Smartphone mit der Abrechnungs-App vorhält.

Zum Schluss

Ich habe alle obigen Kritikpunkte per Brief an AIDA Customer Relations mit der Bitte um schriftliche Stellungnahme gesendet. Nach exakt 70 Tagen erhielt ich das folgende Schreiben mit viel Blabla, das auf keinen meiner Kritikpunkte eingeht und auch keinerlei Entschuldigung enthält. Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen, und ich werde ganz sicher nicht „AIDAs Bestrebungen nach weiteren Verbesserungen verfolgen“.

Die Antwort von AIDA Customer Relations auf meine Beschwerden; für dieses Blabla aus vorgefertigten Textbausteinen benötigte AIDA ganze 70 Tage!

Was bleibt? —  Vielleicht dieser schöne Satz …