Bei harten Schicksalsschlägen…

Quelle: Ludwig Reiners: Sorgenfibel

Werbeanzeigen

Probleme? – Völlig normal!

Wie reagieren Sie auf Probleme?

Auf die kleinen Probleme:
Regen, Verkehrsstau, Zugverspätung, schlafmützige Kassierer, …?

Spüren Sie einen Widerstand? Sollte die Welt nicht ein kleines Bisschen besser und perfekter sein? Regen Sie sich über diese Probleme auf? Spüren Sie eine Anspannung?

Aber alle diese kleinen Probleme sind völlig normal.

Derartiges passiert in jeder Sekunde tausendfach an allen Orten rund um den Globus.

ALLES VÖLLIG NORMAL.

Und wie reagieren Sie auf große Probleme:
Krebserkrankung, Keller überschwemmt, Tod eines Angehörigen, …?

Was spüren Sie jetzt? Mehr Widerstand? Große Anspannung? Angst? Gefühlschaos?

Aber auch diese großen Probleme sind völlig normal.

In den letzten tausend Jahren mussten Millionen von Menschen derartige Probleme durchleben und bewältigen.

ALLES VÖLLIG NORMAL.

Allerdings heißt NORMAL nicht GUT. Wenn ein Problem auftritt, ist das nicht gut, aber eben normal.

Versuchen Sie einmal in der nächsten Zeit folgende Gedankenübung: Immer wenn Sie auf ein Problem stoßen und Sie Widerstand, Ärger, Anspannung spüren, dann sagen Sie zu sich still:

Mein Problem „XYZ“ – völlig normal.

Und spüren Sie, was passiert.

(Inspiriert von einem Leitsatz aus dem empfehlenswerten Buch von Matthias Ennenbach: „Inspiration in 108 Leitsätzen“)

Zehn positive Aspekte finden

Ihr Mann bzw. ihre Frau ist gestorben. Schreiben Sie zehn positive Aspekte auf, die sich aus dieser Situation ergeben. Registrieren Sie alle Widerstände, die Sie beim Aufschreiben empfinden. Überlegen Sie verschiedene Möglichkeiten, schreiben Sie auf, was Ihnen als Erstes einfällt. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf und bewerten Sie keinen Ihrer Einfälle, notieren Sie alles, was Ihnen ins Bewusstsein kommt, gleichgültig, ob es Ihnen dumm, blöd, abwegig oder unrealistisch vorkommt. Es liegt ganz und gar in Ihrer Entscheidung, was Sie unter „positiv“ verstehen.

Wenn Ihre Liste fertig ist, beschäftigen Sie sich damit. Lassen Sie zu, dass sich das Positive zu einer Möglichkeit verdichtet und innerhalb des Bezugsrahmens (also dem Tod ihres Mannes bzw. ihrer Frau) einen Platz findet. Manchmal erscheint das schier unmöglich. Man muss eingefahrene Denkmuster fallen lassen und Schmerzen, Schuld, Kummer und Leid auflösen. Aber das ebnet den Weg zu neuen Zukunftschancen.

Die Erfahrung zeigt, dass Sie durch diese Übung einen großen Optimismus gewinnen.

Diese Übung wurde (leicht modifiziert) entnommen aus:
Alex Pattakos: Gefangene unserer Gedanken

Übung in Freundlichkeit sich selbst gegenüber

Die folgende Übung mache ich schon seit einiger Zeit, und ich empfinde sie als sehr wirkungsvoll: eine Übung in Freundlichkeit sich selbst gegenüber.

Wer Achtsamkeitsübungen praktiziert, wird ähnliche (Selbstmitgefühls-) Übungen kennen.

Die folgende ist hier in englischer Sprache beschrieben; es gibt auch ein englisches Audio dazu.

Die Übung ist wie folgt:

1. Entspannen Sie sich, atmen Sie ruhig.

2. Denken Sie an eine Situation in Ihrem Leben, die schwierig ist bzw. die Ihnen Stress oder Schmerzen verursacht.

Rufen Sie sich diese Situation in Erinnerung, fühlen Sie die Anspannung und/oder die physischen oder emotionalen Beschwerden in Ihrem Körper.

Nun sagen Sie, ggf. mehrfach, still zu sich selbst:

3. Das ist ein Moment des Leidens.

Das ist Achtsamkeit, also nicht wertende Aufmerksamkeit. Sie können auch alternativ zu sich sagen:

  • Das tut weh.
  • Da ist Anspannung.
  • Da ist Trauer.
  • Da sind Schmerzen.

Danach sagen Sie, ggf. mehrfach, still zu sich selbst:

4. Leiden ist ein normaler Teil des Lebens.

Es ist also ein Teil des Menschseins. Sie können auch alternativ zu sich sagen:

  • Andere Menschen fühlen genauso.
  • Ich bin nicht allein.
  • Wir alle kämpfen in unserem Leben.

Nun legen Sie Ihre Hände über Ihre Herzgegend, spüren Sie die Wärme der Hände und die sanfte Berührung der Hände auf der Brust. Oder berühren Sie sich sanft an einer Stelle, die Sie für sich als gut entdeckt haben. Sagen Sie sich dann, ggf. mehrfach, still zu sich selbst:

5. Möge ich freundlich zu mir sein.

Sie können sich auch fragen: „Welche freundlichen Worte brauche ich jetzt?“. Gibt es vielleicht einen Satz, der in Ihrer persönlichen Situation zu Ihnen spricht? Vielleicht in der Art:

  • Möge ich mir das Mitgefühl geben, das ich brauche.
  • Möge ich lernen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin.
  • Möge ich mir vergeben.
  • Möge ich stark sein.
  • Möge ich geduldig sein.

Diese Übung kann zu jeder Zeit des Tages oder der Nacht gemacht werden.

Sie wird Ihnen helfen, die drei Aspekte der Freundlichkeit sich selbst gegenüber hervorzurufen, wann immer Sie ihrer am nötigsten bedürfen.